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Kompressor - Jahresrückblick 2010  -  Tatbestand der medialen Nötigung


Das Jahr 2010 ist, kaum hat man sich daran gewöhnt, nun schon wieder im Enden begriffen. Wenn man aus dem Fenster kuckt, sieht es genauso aus wie am Anfang: alles weiß mit gelben und braunen Punkten durchsetzt, ständig hört man das Geräusch von schabenden Schneeschiebern auf dem Gehweg, durchdrehende Antriebsräder von PKW und das Dröhnen der spärlich gesäten Winterdienstfahrzeugen
Im Fernsehen jammern die "Reporter" dem Zuschauer die Ohren voll, es sei ganz furchtbar, überall Chaos, Schneechaos, Verkehrschaos, Flugchaos, Bahnchaos, FDP-Chaos. Alles wie gehabt.
Zwischendurch ist dann doch noch was passiert und das wird nun bebildert abgearbeitet:

Prozeß des Jahres


Der Wetterexperte Jörg Kachelmann wird der viel zu öffentliche Prozess gemacht. Er soll eines seiner zahlreichen "Lausemädchen" vergewaltigt haben. Für die Altemanze Alice Schwarzer ist der Vorzeigefrauenausbeuter, natürlich  ganz unvoreingenommen und neutral, schuldig.  Begründet wird das durch seine Aussageverweigerung( Hat er was zu verbergen?) und seine Anwaltsarmada (2 Stück Juristen) die ja die Schuld geradezu beweisen. Bild und Schwarzer, ein gutes Team.

Die Lächerlichkeit des Jahres


Im letzten Winter, gab es ein Thema, welches viel über die derzeitige Mediengesellschaft aussagt, in der Themen hochgejazzt werden, die in einem Nebensatz eines Artikels gut aufgehoben wären, aber die stattdessen tagelang die Gazetten und Sportsendungen beschäftigen. Das Thema war Robbens weiße Unterhose. Er spielte damit Fußball, denn es war kalt. Winter ist das Stichwort. Der DFB monierte, daß laut eines Paragraphen der Spielordnung die Unterhose die Farbe der Hose haben muss. Robben spielte danach mit einer roten Hose. Thema erledigt? Weit gefehlt, denn der Boulevard mit seiner Vorzeigeklopostille ließ das Thema nicht sterben.  Schwachsinn verstopft die Medien zum Nachteil echter Nachrichten.



Konfrontation des Jahres

Im beschaulichen Schwabenland ist nicht die erbärmliche Hinrunde des Vauu-eff-bee das Gesprächsthema sondern ein Bahnhof. Ein ganz bösartiger, zu teurer, zu blöder. Dagegen gingen zehntausende auf die Straße. Der Staat war verunsichert und schickte behelmte Kampfpolizisten und Wasserwerfer an die Front und zeigte den Kindern und Rentnern was Gewaltmonopol bedeutet.
Danach erschraken alle und schließlich wurde Heiner Geißler zum Schlichter ausgerufen. Er brachte alle Parteien an einen Tisch und schlug einen Kompromiss vor. Ausgang offen.






Revolution des Jahres

Und schon ist die Atomkraft, auch Kernenergie bzw. Brückentechnologie genannt, wieder da. Frischer, sauberer, sicherer und teurer als je zuvor. Und das aus bis zu 30 Jahre alten Reaktoren, den "sichersten der Welt". Die Bundesregierung hat sich den Verstand abkaufen lassen für schöngerechnete 2,3 Mrd. Euro per anno Brennelementesteuer. Die Betreiber der AKW, die 4 deutschen Stromriesen, können Beträge für die Modernisierungen, so sie über 500 Mios pro Kraftwerk liegen, auf die Steuer anrechnen. Wer solchen Gesetzen zustimmt, verkauft auch seine Großmutter. So wird die Marktstellung der Stromgiganten die nächsten Jahre zementiert. Eine notwendige Entwicklung hin zu dezentraler Stromerzugung mit nichtfossilen Energieträgern wird ad absurdum geführt.
Und in einer grenzenlosen Überhöhung des Beschlusses, aufgrund Ermangelung bisheriger Regierungserfolge, wird dieser Kniefall vor dem Energiekartell als Revolution hochgejazzt.
Es stinkt gewaltig!




Abschied des Jahres


Nun isser weg, der Günter. Er konnte in seiner rhetorischen Sprödigkeit Fußball erklären wie kein Zweiter, scheiterte oft mit seinen Vorhersagen undstand dazu. Mit Gerhard Delling lieferte er sich Verbalduelle, die meist viel interessanter waren, als die Spiele, die sie auswerteten. Das Netzer den Finger in die richtige Wundelegen konnte, bewies der Wutausbruch von Rudi Völler, der nach einer armseeligen Leistung gegen Island "diesen Scheiß" nicht mehr hören konnte.
Netzer konnte sich nicht damit zufrieden geben mit Island fußballerisch auf einem Niveau spielen zu müssen.
Er hatte recht!




Generve des Jahres


Euro. Krise! Eurokrise! Euro. Krise!
Kanns noch jemand hören?
Ich auch nicht!
Schluss damit!



Entzauberung des Jahres

O mein Gott, er ist nur ein Mensch!
Die völlig hysterischen Hypererwartungen an den ersten afroamerikanischen US-Präsidenten konnte selbiger also nicht erfüllen.
Täteretä! Überraschung! 
Euphorie kann nicht ewig anhalten. Wer das will, landet irgendwann mit ner Spritze im Arm auf dem Bahnhofsklo.
Also bitte mehr Realitätssinn.
Und lasst den "Heilsbringer" mal ne Weile arbeiten, dann stellt sich heraus, ob er ers kann.



Der Fuß des Jahres


Der Leitwolf der Nationalmannschaft erleidet ein wahres Seuchenjahr. Kurz vor der WM wird er durch ein rüdes Foul am Fuß verletzt, daß er das Turnier nur als Tourist erleben kann, und als er schließlich nach seinem Wechsel zurück in die Bundesliga weider ins Rollen kommt, verletzt er sich erneut schwer und fällt bis Jahresende aus. Zwischenzeitlich wird er durch die neue Mannschaftshierarchie als Kapitän in Frage gestellt.




Inszenierung des Jahres

Herr von und zu Guttenberg ist derzeit die Lichtgestalt der Bundespolitik. Er weiß sich zu inszenieren und tut es auch konsequent und oft. Gern mit Hilfe der BLÖD-"Zeitung", bzw als treuesten Gefährten.  Nebenbei gibt er noch abgehalfterten Talkshowschwätzern Schützenhilfe. Dem "kommenden Kanzlerkadidaten" war "seine" Truppe nicht zu schade, sie für einen PR-Besuch als Kulisse zu mißbrauchen, um schöne Bilder von sich und seiner Gattin für die Titelseiten der heimischen Wurst- & Käseblätter abzuliefern.
Geschmacklos.




Irritation des Jahres

Dittsche macht Werbung für BILD? Und dann noch mit Kai "Schmierfink" Diekmann?. Sehr eigenartig




Gesundes Neues Jahr!